Shortcuts XI
Wo eigentlich bleibt das Positive? Nun, hier zum Beispiel:
- Die Dresdner Bahn ist Mitte Dezember nach zwei Jahrzehnten geräuschlos und „pünktlich“ in Betrieb gegangen.
- Die Wiederinbetriebnahme der U6 Nord soll, dann nach knapp vier Jahren Bauzeit, voraussichtlich (!) noch 2026 erfolgen.
- Die Sanierungsarbeiten auf der Hamburger Bahn laufen, trotz des Winterwetters, planmäßig. Dass wir auf Digitalisierung, Stichwort ETCS, verzichten: Geschenkt. Da haben wir bekanntlich in Deutschland auch keinen Nachholbedarf.
- Dafür bekommen wir aber unter anderem wieder Direktzüge nach Kopenhagen. Man hat also die Wahl: sieben Stunden Zugfahren oder 35 Minuten Fliegen. Wer würde sich da nicht für die Bahnfahrt entscheiden? Wenn denn dereinst auch Deutschland mit dem Ausbau der Strecke Richtung Fehmarn und insbesondere dem Tunnel unter dem Fehmarnsund vorankommt, wird es deutlich schneller gehen. In Bad Kleinen wird dafür bereits eine Verbindungskurve gebaut ….
- Am Knotenpunkt aller Berliner Kleinprofillinien, dem U-Bahnhof Nollendorfplatz, muss dringend eine Decke saniert werden. Auf die Schöneberger U-Bahn, die U4, wird während der Bauarbeiten gleich ganz verzichtet. Wie man hört, stehen nun die Bauarbeiten: wegen Einwänden des Denkmalschutzes. Gut, dass eine Behörde da ein Auge drauf wirft. Ach ja, die Fahrgäste …
- Berlins wichtigste S-Bahnlinie, die S15 zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof, soll wohl nun doch im Frühjahr 2026 in Betrieb gehen. Der 01. April fällt dieses Jahr übrigens auf einen Mittwoch. Aber im Ernst: man kann nur hoffen, dass die zweite Nord-Süd-Verbindung der S-Bahn nun zügig weiter vorangetrieben wird.
- Und wo wir bei der S-Bahn sind: bei der Siemensbahn hält die Deutsche Bahn AG in ihrer offiziellen Kommunikation tapfer am Eröffnungsdatum 2029, zum einhundertjährigen Jubiläum der Strecke, fest. Fehlt neben der eigentlichen Streckensanierung nur noch eine Bahnsteigkante in Jungfernheide und ein kleines Brückchen über einen Fluss namens Spree.
- Bevor wir noch nach Spandau kommen: die Potsdamer Stammbahn wird 2038 zweihundert Jahre alt! In der Infrastrukturzeitrechnung wird da die Zeit schon knapp: nur noch zwölf Jahre.
- Vorher feiern wir noch 200 Jahre Eisenbahn in Deutschland: 2035 ist es soweit. Bis dahin ist das System Eisenbahn hoffentlich wieder so in Ordnung, dass Budgets und Kapazitäten für solch ein Event zur Verfügung stehen.
- Der CDU lässt den Fahrgastalltag gleich hinter sich und denkt gerne groß. Das finden wir großartig. Leider ist die Magnetbahn oberhalb der A100 zum (schwächelnden) BER schon wieder vergessen. Nun kommt Spandaus Baustadtrat erneut mit der Magnetbahn um die Ecke: von der Urban Tech Republic (UTR) nach Spandau City. Was tut man nicht alles, um diese furchtbare Straßenbahn zu verhindern?
- Der Flughafen Tegel ist seit mehr als fünf Jahren geschlossen; von der UTR auch in Ansätzen nichts zu sehen. Tempelhof ist seit 2008 zu, also bald achtzehn (!) Jahre. Baulich passiert ist, sichtbar, wenig. Von einer Nutzung jenseits als Park und Eventfläche ebenso nichts. Beides ist richtig, denn es lässt der Stadt alle Möglichkeiten: Man kann Workshops abhalten, Bürger*innen-Räte berufen, Wettbewerbe ausschreiben, nachdenken. Und wer nicht entscheidet, macht auch keine Fehler!
- Und noch etwas Gutes aus dem wilden Südwesten: die sog. Hermann-Hesse-Bahn wurde nach vielen Jahren Stillstand reaktiviert. Weil sich dort Fledermäuse eingerichtet hatten, wurde nun „ein Tunnel im Tunnel“ gebaut. Die Tiere sollen lernen, zwischen beiden Tunneldecken zu leben. Dazu gibt es akustische „Anflughilfen“ und einen am Anfang reduzierten Fahrplan mit ebenso reduzierter Geschwindigkeit.
Tja, und dann haben wir am Ende noch etwas Gutes: Unseren Neujahrsempfang am 19.02.2026 mit Bau-/Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler. Details und Anmeldung finden Sie hier: vivev.de/event/viv-neujahrsemp-fang-2026/
Titelbild: Dresdner Bahn Berlin-Südkreuz-Blankenfelde Streckenkarte © DB Netz AG

